Sustainable Aero Lab Hamburg: Mit Innovationen zum klimaneutralen Luftverkehr

(Andreas Vallbracht prachtvoll.de)

Als einer der größten Luftfahrt-Standorte der Welt spielt die Stadt Hamburg bei der Entwicklung klimaneutraler Flugzeuge eine zentrale Rolle. Um die Transformation der Branche zu beschleunigen, hat sie nun das Sustainable Aero Lab ins Leben gerufen, ein Inkubator-Programm, das Startups, Industrie, Wissenschaft und Investoren der Luftfahrtbranche zusammenbringt. Mit ihm will die Hansestadt zum Vorreiter für klimaneutrale Technologien in der Luftfahrt werden.

Luftfahrt-Cluster als Startup-Rampe

„In den nächsten Jahrzehnten werden die Auswirkungen des Klimawandels, die Luftfahrtindustrie und ihre Geschäftsmodelle maßgeblich beeinflussen“, sagt Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg. Derzeit befindet sich die Branche noch inmitten der Corona-Pandemie, doch ihre eigentliche Herausforderung liege laut Westhagemann in der Entwicklung innovativer Industrieprodukte und klimaneutraler Flugzeuge. Für den Luftfahrt-Standort Hamburg mit seinen über 40.000 hochqualifizierten Fachkräften und mehr als 300 Unternehmen berge diese Herausforderung etliche Chancen: „Um diese zu erschließen, benötigen wir mehr offenen Austausch und mehr Geschwindigkeit. Mit dem Sustainable Aero Lab rücken wir genau diese Punkte in den Fokus“, sagt Westhagemann.

So befinden sich mit der Lufthansa und Airbus zwei Branchenriesen in der Metropolregion Hamburg, die bereits unter Hochdruck daran arbeiten, ihre Weichen auf Nachhaltigkeit zu stellen. Airbus plant unter anderem drei emissionsfreie Wasserstoff-Jets (ZEROe) bis 2035 aufs Rollfeld zu bringen, wofür der Flugzeugbauer auch durch die Stadt Hamburg unterstützt wird. Die Hamburger Technik-Sparte der Lufthansa gilt dagegen als Weltmarktführer in der luftfahrttechnischen Instandhaltung. Zu den beiden Branchenführern gesellen sich unzählige Zulieferer, ein breiter Mittelstand und führende Forschungseinrichtungen, wie das Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung (ZAL), ein weltweit sichtbares Aushängeschild, das in den nächsten Jahren deutlich wachsen soll. Als zentraler Nexus des Hamburger Spitzenclusters dient der Branchenverbund Hamburg Aviation, der die gezielte Vernetzung unterschiedlicher Akteure am Standort organisiert.

ZAL - Hamburgs Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (DoubleVision doublevision.me)

Startups profitieren von Hamburgs Luftfahrt-Knowhow

Mit dem Sustainable Aero Lab soll dieses weltweit einmalige Luftfahrt-Cluster nun auch für Startups geöffnet werden. Dazu Stephan Uhrenbacher, Mitgründer des Sustainable Aero Labs: „Wir möchten aus Hamburg heraus eine weltweit führende Plattform schaffen, um die Entwicklung nachhaltiger Luftfahrt-Technologien zu beschleunigen, die international führenden Köpfe zusammenzubringen und insbesondere für Startups die Hürden zu senken, in der Branche Fuß zu fassen.“ Dafür lädt Uhrenbacher viermal jährlich zu Live-Sessions ein, in denen junge Unternehmen ihre Projekte vorstellen und sich Feedback von erfahrenen Mentoren aus der Branche einholen können. Gezielte Coachings von internationalen Experten und individuelle Beratungen durch die Mentoren komplettieren das Programm.

Die Gruppe der Mentoren setzt sich aus namenhaften Persönlichkeiten der internationalen Luftfahrt sowie der Greentech- und Venture-Capital-Szene zusammen, darunter der ehemalige Flottenchef des Lufthansa Konzerns Nico Buchholz und der Londoner Risikokapitalgeber Christian Hernandez Gallardo. Startups, die sich für eine Teilnahme am Aero Lab interessieren, können sich ganzjährig bewerben. Im Fokus des Labs stehen sämtliche Projekte, die dabei helfen, den Klima-Fußabdruck der Luftfahrt zu reduzieren und die Industrie nachhaltiger zu machen. Von Wasserstoffantrieben und E-Fuels über Leichtbauelemente und nachhaltige Designkonzepte bis zu hin zur Lärmreduktion und Elektro-Mobilität können sich Startups mit den verschiedensten Technologien bewerben. Genauere Informationen zum Bewerbungsprozess und den Anforderungen gibt es hier.

Aero Lab: Leuchtturm mit internationaler Strahlkraft

Besonders attraktiv für Teilnehmer des Labs: Hinter dem Projekt stehen neben den erfahrenen Mentoren und Kapitalgebern auch Akteure aus dem städtischen, wissenschaftlichen und industriellen Umfeld. So wird das Sustainable Aero Lab, das Anfang des Jahres von dem Hamburger Unternehmen Density Ventures ins Leben gerufen wurde, neben der Behörde für Wirtschaft und Innovation, der Hamburger Handelskammer und der Innovations- und Förderbank Hamburg (IFB Hamburg) auch vom Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung und dem Branchenverband Hamburg Aviation unterstützt. Mit ihrer Entschlossenheit wollen sie die Transformation des Standortes schnellmöglich vorantreiben, wie Ulf Weber, Geschäftsführer von Hamburg Aviation erklärt: „Die Luftfahrt nachhaltiger zu gestalten wird ein dominierendes Thema der nächsten Jahre und Jahrzehnte sein, nicht nur in Hamburg. Als Clusternetzwerk reagieren wir schon heute mit einer ganzen Reihe von Initiativen auf diese Entwicklung. Das Sustainable Aero Lab wird in diesem Zusammenhang ein echter Hamburger ‚Leuchtturm‘ mit internationaler Strahlkraft sein, der gleichzeitig auch das wachsende Startup-Ökosystem entwickeln wird“.

Andere Initiativen des Clusternetzwerks sind die Task Force Luftfahrt und die Green Aviation Roadmap. Darüber hinaus fördert die Stadt Hamburg eine Reihe weiterer Zukunftsprojekte, wie zum Beispiel den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft, bei dem sich die Metropolregion zu Europas führendem Standort entwickeln will. So soll am Hamburger Hafen unter anderem der weltweit größte Wasserstoff-Elektrolyseur entstehen. Gleichzeitig entwickelt Airbus entsprechende Brennstoffzellen, mit denen sich Flugzeuge mit dem Energieträger der Zukunft antreiben lassen. Insgesamt bringt die Hansestadt also die idealen Voraussetzungen mit, um bei der Entwicklung klimaneutraler Flugzeuge eine Spitzenposition einzunehmen.

Mehr Informationen: www.sustainable.aero